Schimmel im Neubau vermeiden – 5 Tipps

Schimmel in der Wohnung oder im eigenen Haus ist ein Problem, das vielen Menschen sehr gut bekannt ist. Umfragen haben ergeben, dass 20 Prozent aller Menschen in Deutschland Schimmel im Haus haben oder schon einmal Schimmel im Haus hatten.

Allein diese hohe Zahl an betroffenen Haushalten zeigt, dass es sich dabei nicht um ein Problem einer bestimmten Immobilienart oder eines bestimmten Baualters handeln kann. Denn die Gefahr eines Schimmelbefalls zieht sich durch sämtliche Bauweisen und sämtliche Baujahre. Was dabei die wenigsten wissen ist, dass auch Neubauten durchaus schimmelgefährdet sind.

Wenn Sie die Immobilie gefunden haben, die zu Ihnen passt und Sie den Bau Ihres Hauses planen oder die Arbeiten am Bau bereits weitgehend abgeschlossen sind, sollten Sie sich auf jeden Fall einmal mit den sieben wichtigsten Tipps gegen Schimmel im Neubau befassen. Denn sobald flächendeckender Schimmel Einzug gehalten hat, wird es schwer, diesen mit einfachen Hausmitteln wieder loszuwerden. In diesem Fall kann schon wenige Jahre nach Ihrem Erstbezug wieder ein Bedarf an umfangreichen Sanierungsarbeiten bestehen – ein Kostenfaktor, den sicherlich die wenigsten problemlos stemmen können.

Woher kommt die hohe Baufeuchtigkeit?

Rund 290.000 Wohnungen und Häuser werden jährlich in Deutschland gebaut. Das ist ein enormer Bauaufwand für die Baubranche auf der einen Seite und viel neuer Wohnraum auf der anderen Seite. Dabei ist die Zielsetzung eines jeden Bauherrn stets die schnellstmögliche Fertigstellung des neuen Wohnraums, damit Doppelbelastungen aus Miete und Zinszahlungen für den Baukredit während eines längeren Zeitraums vermieden werden können. Es besteht also bei der Fertigstellung des jeweiligen Wohnraums immer auch ein gewisser Zeitdruck.

Was dabei gerne außer Acht gelassen wird, ist der Umstand, dass beim Bau eines Hauses ungeheure Mengen an Wasser zum Einsatz kommen. Je nach Bauweise variiert der Einsatz von Wasser natürlich – Experten gehen jedoch davon aus, dass ein Einfamilienhaus in Massivbauweise zwischen 10.000 und 20.000 Liter Wasser während des Baus verschlingt. Das Wasser bleibt aber nicht in der Bausubstanz. Es löst sich nach und nach aus den Böden und Wänden und setzt sich in Form von Luftfeuchtigkeit ab.

In vielen Fällen wird dies beachtet und im Rahmen der notwendigen Trocknungszeiten auch berücksichtigt. So gibt beispielsweise ein Estrichboden auf 100 Quadratmeter Wohnfläche rund 800 Liter Flüssigkeit in die Luft ab, ehe er belegereif ist – also ehe der Fachmann ihn für eine Weiterverarbeitung durch einen neuen Bodenbelag freigibt. Das Problem dabei: Auch diese Feuchtigkeit hängt erst einmal in der Luft.

Schimmel durch Neubaufeuchtigkeit vermeiden

Hohe Luftfeuchtigkeit ist der Hauptgrund für Schimmelbildung im Neubau. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten einerseits die hohe Luftfeuchtigkeit in einem Neubau nach und nach abzubauen und andererseits dafür zu sorgen, dass diese Luftfeuchtigkeit sich erst einmal gar nicht weiter bemerkbar macht. Dafür braucht es aber zum einen gute Gewohnheiten und zum anderen ein paar kluge Entscheidungen in Sachen Einrichtung und Gestaltung des Wohnraums. Wir haben hier einmal fünf Tipps für Sie zusammengestellt, mit deren Einhaltung Sie die Gefahr eines Schimmelbefalls in Ihrem Neubau erheblich reduzieren können:

1)     Wählen Sie die richtige Tapete aus

Dass die Auswahl der richtigen Tapete etwas mit Schutz vor Schimmel zu tun haben könnte, bedenken die wenigsten Menschen, wenn Sie sich ihre Wandbeläge aussuchen. Doch gerade die Tapete ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Vermeidung von Schimmel an den Wänden in einem Neubau geht.

Besonders empfehlenswert ist hier die Vliestapete. Denn die Vliestapete ist – anders als beispielsweise die Vinyltapete – atmungsaktiv und erlaubt so einen Feuchtigkeitstransfer nach außen. Darüber hinaus ist sie aber auch sehr feuchtigkeitsbeständig. Das bedeutet, dass sich Feuchtigkeit nicht in der Tapete selbst absetzt. Aus diesem Grund ist Vliestapete in vielen Fällen sogar für die Nutzung in Nassräumen geeignet. Manche Modelle sind sogar abwaschbar. Vor allem der Umstand, dass die Vliestapete atmungsaktiv ist, macht sie zum Schimmelverhinderer Nummer eins unter den Tapeten.

 

2)     Die richtige Wandfarbe spielt eine wichtige Rolle

Wenn es keine Tapete sein soll, sondern nur eine reine Wandfarbe, gibt es ebenfalls Möglichkeiten Schimmel effektiv vorzubeugen. So benötigt Schimmel an Wänden immer die richtige Grundlage, um sich ausbreiten zu können. Diese können Sie ihm einfach entziehen, indem Sie sich für eine Kalkfarbe oder eine reine Silikatfarbe entscheiden. Die Silikatfarbe wird im Handel in der Regel als Zwei-Komponenten-Farbe angeboten und muss erst noch angerührt werden.

Dieser zusätzliche Aufwand lohnt sich aber, da reine Mineralfarben wie Silikatfarbe oder Kalkfarbe desinfizierend wirken und Schimmelbakterien von Anfang an bekämpfen. Außerdem ermöglichen auch diese Farben einen Austausch der Feuchtigkeit zwischen der Wand und der Raumluft, wodurch ein Feuchtigkeitsstau auf der Wand vermieden werden kann.

Gerade in den ersten Jahren nach Fertigstellung des Baus geben die Wände in einem Neubau noch eine ganze Menge Feuchtigkeit ab. Bei nicht atmungsaktiven Farben kann ein Feuchtigkeitsstau auf der Wand schnell zu Schimmelbildung unter der Farbe führen.

 

3)     Richtig lüften und heizen

Moderne Neubauten kommen in der Regel mit einem ebenso modernen Heizsystem und sehr gut abgedichteten Fenstern daher. Die Gefahr bei den neueren Fenstern ist allerdings im Vergleich zu Fenstern im Altbau, dass die neuen Modelle nicht mehr luftdurchlässig sind. Was für den Energieverbrauch gerade beim Heizen sehr positiv ist, ist für die Schaffung eines gesunden Raumklimas eher kontraproduktiv. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass regelmäßig gelüftet wird, um die Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum abzuführen.

Wer dazu auch noch auf das Heizen verzichtet oder in den kalten Monaten zu wenig heizt, öffnet einer Schimmelbildung Tür und Tor. Letztlich sind das richtige Heizen und Lüften gerade in Neubauten eines der wichtigsten Gebote, wenn es um den Kampf gegen Schimmelbildung geht.

Übrigens:

Die größte Luftfeuchtigkeit besteht in der Regel im Badezimmer und in der Küche, da hier oft mit heißem Wasser gearbeitet wird und der Wasserdampf sich in der Luft absetzt. Aus diesem Grund ist regelmäßiges Lüften besonders in diesen Bereichen besonders wichtig.

Außerdem sollten Sie stets die Türen zu den anderen Zimmern geschlossen halten, damit die Feuchtigkeit in dem einen Raum verbleibt und durch das – im Idealfall komplett – geöffnete Fenster nach außen hin abgeleitet werden kann.

4)     Die Möbel richtig aufstellen

Auch Möbel können eine echte Schimmelfalle werden – zumindest, wenn sie falsch im Raum aufgestellt werden. Es ist im Allgemeinen Sitte, das Mobiliar so nah wie möglich an die Wand zu stellen, um mehr Fläche im Raum zu gewinnen. Das Problem dabei: Wenn das Mobiliar zu nah an den Wänden steht, ist hinter den Möbeln nicht ausreichend Raum vorhanden, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Diese ist allerdings notwendig, damit Feuchtigkeit von den Wänden abziehen und sich im Raum verteilen kann, wo sie dann durch geschicktes Lüften aus dem Innenraum abgeleitet werden kann.

 

5)     Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Da die Luftfeuchtigkeit eine so große Rolle bei der Bildung von Schimmel in Innenräumen spielt, ist es umso wichtiger, die Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu kontrollieren. Das geht am besten über ein Hygrometer, das Sie im Raum anbringen und Ihnen regelmäßig die aktuelle Luftfeuchtigkeit im Raum anzeigt.

Heute bekommen Sie oftmals Modelle, die mit einer kleinen Wetterstation außerhalb des Hauses verbunden werden und so direkt die Temperaturen im Außenbereich und oft auch die Uhrzeit mit anzeigen können. Die digitalen Anzeigen sind dann gar nicht mehr als Hygrometer zu erkennen, bieten trotzdem die notwendigen Informationen.

Bleibt die Luftfeuchtigkeit trotz aller Lüftungsbemühungen im Raum zu hoch sollten Sie auf jeden Fall über die Anschaffung eines Luftentfeuchters nachdenken. Dieser zieht Feuchtigkeit aus der Luft und sammelt sie in einem Auffangbehälter. Das dabei gewonnene Wasser können Sie beispielsweise zum Gießen Ihrer Blumen verwenden. Gerade, wenn Sie einen solchen Luftentfeuchter nutzen, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig prüfen, denn zu trockene Luft kann sich ebenfalls schädlich auf Ihre Gesundheit auswirken.

Fazit

Vielen Menschen in Deutschland ist die Gefahr, die durch Schimmel in ihrem Wohnraum, für ihre Gesundheit besteht gar nicht bewusst. Das Umweltbundesamt weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass Atemwegsbeschwerden bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Asthma und Allergien durch Schimmelsporen in der Luft erzeugt werden können. Dabei können Sie mit der Anwendung der fünf einfachen Tipps die Gefahr einer Schimmelbildung in Ihrem Neubau erheblich reduzieren.

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