Aktuelle Urteile

Thema: Extreme Wetterereignisse

Laut Expertenmeinung muss man auch in Deutschland in Zukunft vermehrt mit extremen Wetterlagen rechnen. Das bleibt naturgemäß auch nicht ohne Folgen für Immobilieneigentümer, denn sie sind auf vielerlei Weise von den Folgen solcher Wetterkapriolen betroffen – u.a. wegen ihrer Verkehrssicherungspflichten.

Sturmschaden: Dachüberprüfung ohne konkrete Anhaltspunkte muss nicht sein

Bei erheblichen Windstärken hatte es Bitumenschindeln vom Dach eines Hauses geweht. Die Eigentümerin der Immobilie machte bei der Wohngebäudeversicherung eine Regulierung des Schadens geltend. Diese wies sie jedoch darauf hin,  es habe sich um stark geschädigte Dachschindeln gehandelt. Das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen 10 U 1018/08) maß dieser Tatsache jedoch keine große Bedeutung bei. Die Versicherung müsse trotzdem aufkommen, denn es gebe keine Verpflichtung für Hauseigentümer, ohne konkrete Anhaltspunkte das Dach regelmäßig überprüfen zu lassen.

Aufpassen in besonders von Sturm bedrohten Gebieten

Allerdings, wer in besonders sturmträchtigen Landesteilen wohnt, muss mit schärfere Sicherheitsvorkehrungen aufwarten. Das musste ein Grundstückseigentümer auf einer Nordseeinsel erfahren, von dessen Dach sich Ziegel gelöst und an einem benachbarten Hotel einen Sachschaden von 10.000 Euro verursacht hatten. Nach Ansicht des Landgerichts Aurich (Aktenzeichen 3 O 1102/16) hätte der Grundstückeigentümer angesichts der exponierten Lage seines Anwesens das Dach jährlich auf Sturmfestigkeit überprüfen müssen.

Vorsicht Falle - der Anscheinsbeweis

Immobilien müssen so abgesichert sein, dass sie selbst massive Sturmstärken aushalten können, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden: Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für Mängel am Gebäude. Nur bei absolut außergewöhnlichen Naturereignissen gilt diese Regel nach Meinung der Rechtsprechung nicht mehr. Im konkreten Fall ging es um das Dach einer Kirche, von dem während eines Sturmes der Windstärke 10 (Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h) Dachziegel auf ein geparktes Auto gefallen waren und einen Sachschaden in Höhe von 6.600 Euro angerichtet hatten. Die Kasko-Versicherung des Autofahrers forderte diese Summe von der Eigentümerin der Immobilie und war in zwei Gerichtsinstanzen damit erfolgreich.

 

Thema: Wärmedämmung nicht über die Grundstücksgrenze hinaus

Hausbesitzer haben in der Regel kein Recht, mit der Wärmedämmung ihrer Außenwände die Nachbarn zu beeinträchtigen. Mit der am Dienstag veröffentlichten Entscheidung hat das Bayerische Oberste Landesgericht die Baupläne eines Hausbesitzers gestoppt, der mit seiner Wärmedämmung 18 Zentimeter auf das Nachbargrundstück vordringen wollte. Erlaubt ist Wärmedämmung der eigenen Hauswände auf dem Nachbargrundstück demnach nur dann, wenn eine Innendämmung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist.

 

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