Haus selber planen - Vermeiden Sie diese Fehler

Die eigene Immobilie ist nach wie vor ein großer Traum vieler Menschen in Deutschland. Das zeigen rund 222.000 Baugenehmigungen, die laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 in Deutschland erteilt wurden.

Interessanterweise zieht sich das durch alle Altersgruppen – von jungen Paaren und Familien bis zu Menschen kurz vor der Rente. Sie alle eint der Gedanke, dass die eigene Immobilie einen positiven Effekt für ihre Zukunft mit sich bringt – denn der Bau eines Hauses ist kein Gedankenspiel für die nächsten Monate. Wer ein Haus baut plant in der Regel für die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte in diesem Haus zu leben.

Für die einen geht es dabei ein Stück weit um Selbstverwirklichung, um die Möglichkeit, mehr Raum für die Familie und vielleicht auch die Arbeit zu schaffen. Für die anderen ist das Thema Altersvorsorge ein ganz wichtiger Punkt. Schon Anfang des Jahres 2020 hat sich die Deutsche Handwerks Zeitung in einem Gespräch mit Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge in Berlin mit der Frage befasst, wann eine Immobilie wirklich eine gute Vorsorge fürs Alter darstellt.

Viele potenzielle Bauherren stellen sich dabei die Frage, welche Dienstleistungen sie beim Bau wirklich nutzen sollen und an welcher Stelle sie selbst Hand anlegen können. Noch wichtiger ist für viele dabei der Faktor der Selbstverwirklichung oder der Wunsch, ein „Nest“ ganz nach den eigenen Bedürfnissen und Träumen zu gestalten. Aus genau diesem Grund nehmen immer mehr Bauherren die Planung der eigenen Immobilie auch selbst in die Hand. Doch dabei liegen viele Stolpersteine auf dem Weg…

Wo entstehen die größten Fehler bei der Hausplanung?

Wenn Sie Ihr Haus selber planen und dabei von Anfang bis Ende die wichtigsten Aufgaben selbst erledigen möchten, gehören neben einer Menge Zeit, Energie und Geschick auch gute Nerven dazu. Immerhin dauert es in Deutschland im Schnitt 8 Monate von der Abgabe des Bauantrages bis zum Einzug in die eigenen vier Wände. Dabei muss dann wirklich schon vieles gut gelaufen sein – manches Bauvorhaben nimmt noch deutlich mehr Zeit in Anspruch. Zeit mit der Familie, Arbeit und das „normale Leben“ müssen neben den Aufgaben auf der Baustelle irgendwie weiterlaufen. Oft ist es deshalb sinnvoller, ein Haus zu kaufen – etwa mit Unterstützung eines versierten und leistungsstarken Immobilienmaklers – als ein Haus selbst zu bauen.

Daher ist es umso wichtiger, sich vor dem Beginn des Abenteuers Hausbau mit einem selbst geplanten Haus einmal näher damit zu befassen, an welchen Stellen besondere Vorsicht geboten ist. Immerhin nehmen Sie, wenn Sie Ihr Haus selber planen möchten, noch einmal ein deutliches Stück mehr Verantwortung mit als die meisten Bauherren.

Tipp

Bevor Sie damit beginnen, Ihr eigenes Haus selber zu planen, sollten Sie sich genau darüber im Klaren sein, was für ein Haus Sie bauen möchten. Reichen die Finanzen am ehesten für ein Fertighaus? Immerhin sind diese teilweise schon für weniger als 200.000 Euro schlüsselfertig zu haben. In diesem Fall können Sie bestenfalls aus verschiedenen Bausteinen für Ihr Haus auswählen. Oder soll es wirklich ein komplett selbst durchgeplantes Haus auf einem selbst ausgesuchten und erworbenen Grundstück sein? Dann sollten Sie vorher auf jeden Fall ganz genau die finanziellen Möglichkeiten abklären und klare Grenzen setzen, in welchen Bereichen Sie welche Kosten verursachen dürfen.

Neben dem Problem der Kostenfrage gibt es noch weitere Stolpersteine, die Bauherren, die ihr Haus selber planen möchten, das Leben schwer machen können. Wir zeigen hier die wichtigsten Punkte.

1) Die Auswahl des Grundstücks

Bei der Auswahl eines Grundstücks gibt es viele Faktoren, die Sie beachten sollten.

  • Wie hoch sind die Kosten in der Gemeinde? Wohnnebenkosten können sogar im selben Landkreis von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Wie ist der Verkehrsanbindung?
  • Gibt es eine Anbindung an den ÖPNV?
  • Sind gute Kindergärten und Schulen im Umfeld des Wohngebietes?
  • Wie ist die Altersstruktur im Wohngebiet?
  • Gibt es Spielplätze und Sportmöglichkeiten für Kinder?
  • Wie weit ist Ihr Weg zur Arbeit?
  • Wie ist die Kriminalitätsrate in der Umgebung?

Daneben gibt es noch verschiedene Aspekte, die das Grundstück selbst betreffen. Beispielsweise:

  • Gibt es Altlasten?
  • Wie ist der Erschließungsgrad?
  • Haben Sie hier einen guten Baugrund?
  • Gibt es rechtliche Hindernisse durch einen Bebauungsplan?
  • Ist die Größe des Grundstücks für Ihre Planungen angemessen?
  • Wie ist die Himmelsrichtung des Grundstücks?

Vor dem Erwerb eines Grundstücks sollten all diese Fragen geklärt sein, um spätere böse Überraschungen zu vermeiden.

2) Die Planung des Grundrisses - manuell oder per Software

Wer sein Haus komplett selbst planen möchte, wird auch den Grundriss selber zeichnen wollen. Hierzu gibt es zahlreiche Computerprogramme, die dabei unterstützend zur Seite stehen. Allerdings bringt es auch hier wenig einfach wild drauf los zu planen. Denn gerade wenn Sie Ihr Haus selbst entwerfen, können dabei viele Punkte einfach durchgehen, auf die ein Experte Sie aufmerksam machen würde. Da wären beispielsweise:

  • Eine praktische Planung der Türen
  • Sind die Flure und der Eingangsbereich groß genug für eine Garderobe und damit sich hier auch mehrere Personen gleichzeitig Jacken und Schuhe anziehen können?
  • Sind die Treppen breit genug geplant, um hier auch Möbel und andere Gegenstände transportieren zu können?
  • Haben Sie an ein zweites WC gedacht?
  • Ist die Badplanung praktisch und ermöglicht Ihnen womöglich ein barrierefreies Badezimmer?
  • Ist die Anordnung der Räume praktisch und effizient?

3) Professionelle Kontrolle der Baufortschritte

Grundsätzlich ist es bei einem Neubau wichtig, alle Gewerke gut aufeinander abzustimmen. Vor allem, wenn Sie einige Gewerke ganz oder teilweise in Eigenleistung erbringen möchten, ist es besonders wichtig, klare Zeitpläne zu gestalten und einzuhalten. Dazu müssen Sie auch bei einem selbst geplanten Bau sicherstellen, dass die jeweilige Abnahme der einzelnen Gewerke funktioniert und dass jemand vor Ort ist, der Fehler und Mängel, die für einen Fachmann offensichtlich sind, auch sofort erkennt.

Vorteile bei der Selbstplanung

Ein großer Vorteil ist hierbei sicherlich der Umstand, dass Sie einen Kostenfaktor einsparen können. Zumindest dann, wenn Ihr Plan umfassend ist und aufgeht. Denn Fehler bei der Bauplanung können im Nachhinein oftmals nur schwer oder mit einem erheblichen Kostenaufwand korrigiert werden. Wenn Sie Ihr Haus selbst entwerfen, haben Sie den Vorteil am Ende auch wirklich in genau dem Haus zu wohnen, das Sie sich gewünscht haben.

Nachteile bei der Selbstplanung

Bei der Planung eines Hausbaus müssen Sie einige Dinge beachten. Von den rechtlichen Gegebenheiten in Sachen Baurecht vor Ort über die Abstimmung der einzelnen Gewerke untereinander bis hin zur Frage nach notwendigen Versicherungen für Bauherren gibt es eine Menge Stolpersteine auf dem Weg zum selbst geplanten eigenen Haus. Nur wer hier in der Lage ist, die entstehenden Problemfelder zu umschiffen und an der richtigen Stelle Experten ins Boot zu holen, kann am Ende wirklich erfolgreich sein selbst geplantes Haus aus vollenden.

Fazit

Ein Haus selber planen – was für viele Menschen erst einmal wie ein Wirklichkeit gewordener Traum klingt, ist mit einer Menge Arbeit und Verantwortung verbunden. Von der Auswahl des Grundstücks über die Zeichnung der Grundrisse bis hin zur Gestaltung des Außenbereichs samt Terrasse gibt es hier eine Menge zu tun. Dabei ist es wichtig, nicht an der falschen Stelle zu sparen. So sollten Sie unbedingt einen Bauberater engagieren, der Ihnen wie ein Lotse durch die gröbsten Untiefen der anstehenden Bauzeit hindurchhelfen kann. Insbesondere wird er Ihnen helfen, Pfusch am Bau direkt zu erkennen und sich so vor Folgeschäden zu schützen. Manchmal ist es allerdings besser, einen versierten Immobilienmakler mit der Suche nach dem Traumhaus zu beauftragen.

 

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